Weltweit einmalig: Koordinierungssoftware für Schiffsanläufe und -abfahrten im Hamburger Hafen

DAKOSY-Pressedienst (Juli 2019)

In enger Abstimmung mit dem Hamburg Vessel Coordination Center (HVCC) als Auftraggeber und der Hamburg Port Consulting (HPC) als verantwortlicher Partner für die Projektleitung und Lieferantensteuerung, hat DAKOSY eine weltweit einmalige Software entwickelt, die die herkömmlich papierbasierten manuellen Arbeiten des HVCC digitalisiert und zu einer deutlichen Steigerung der Leistungsfähigkeit der Koordinierungsstelle geführt hat. Zwei Entwicklungsphasen wurden bereits erfolgreich abgeschlossen. In der dritten Phase werden im laufenden Jahr insbesondere weitere Schnittstellen zu Partnern im Hamburger Hafen sowie zu anderen Häfen realisiert.

Das HVCC ist die zentrale Koordinationsstelle für Großschiffs-, Feeder- und Binnenschiffsverkehre im Hamburger Hafen. Mit seinen Abteilungen Feeder Logistik Zentrale (FLZ) und Nautische Terminal Koordination (NTK) ist es für die überbetriebliche Abstimmung aller Schiffsankünfte und -abfahrten im Hamburger Hafen zuständig. Im vergangenen Jahr wurden rund 4.000 Terminalanläufe für Feeder- und Binnenschiffe sowie 3.000 Anläufe von Großschiffen koordiniert sowie 3.300 Passagepläne versendet.

Ohne Digitalisierung und Kollaboration hätte HVCC diese Leistung nicht realisieren können. „Wir haben von Anfang an auf die Entwicklung intelligenter und vernetzter Software gesetzt“, bestätigt Gerald Hirt, Geschäftsführer des HVCC und führt weiter aus: „Nach einem intensiven Auswahlprozess entschieden wir uns für DAKOSY als Softwarelieferanten. DAKOSY verfügt als Port Community System über ausgezeichnete Plattformen für die Seehafen-Community und hat bereits wichtige Prozesse digitalisiert, u.a. mit dem Zollsystem ATLAS und dem Port River Information System Elbe (PRISE). Auch sind wir von der fachlichen Kompetenz DAKOSYs überzeugt.“

Dank eines agilen Projektmanagements und kurzen Entwicklungszyklen von jeweils vier Wochen konnte die Software im September 2016 in einer ersten Ausbaustufe in Betrieb genommen werden. Ihre Einführung entlastete die Mitarbeiter umgehend von vielen Routineaufgaben und ermöglichte eine verstärkte Konzentration auf die Kernaufgaben des HVCC, d.h. auf die eigentliche planerische, koordinierende und lösungsorientierte Arbeit.

Mitte 2017 begann die zweite Ausbaustufe. Hirt erläutert dazu: „Die Weiterentwicklung, die auch im Rahmen des Förderprogramms für Innovative Hafentechnologien (IHATEC) gefördert wurde, zielte auf ein Mehr an Transparenz und Leistungsfähigkeit der Koordinierungssoftware ab. Um gezielt die Mehrwerte weiterer Schnittstellen und Dashboards bewerten zu können, haben wir im ersten Schritt eine Anforderungsanalyse unserer Geschäftspartner im Hafen vorgenommen. Das Ergebnis ergab einen hohen Informationsbedarf aller Parteien, dem wir mit weiteren Schnittstellen Rechnung tragen wollten. “

Inzwischen sind neben den Kooperationspartnern HHLA und EUROGATE Container Terminal Hamburg auch die Terminals Hansaport, UNIKAI und Cruise Gate sowie die Großschiff-Reeder und erste Hafendienstleister angebunden. Jeder Geschäftspartner verfügt über eine Dashboard-Ansicht, über welche er alle Informationen sehen kann, die mit den eigenen Aktivitäten in Verbindung stehen. Zudem verfügt das System über Schnittstellen zur Nautischen Zentrale und zur Feeder-Reederei Unifeeder.

Als besonderes Highlight wurde im Herbst 2018 eine Schnittstelle mit dem Port of Rotterdam realisiert. Ausgetauscht werden Informationen zu geplanten und tatsächlichen Ankunfts- sowie Abgangszeiten für die Schiffe, die als Vor- oder Folgehafen Hamburg beziehungsweise Rotterdam haben. Diese Informationen verbessern für beide Häfen sowie für die Reeder die Planungsgrundlage und sichern eine schnellere Reaktionsfähigkeit bei zeitlichen Abweichungen. Wenn die Reeder beispielsweise frühzeitig wissen, dass sich die Abfertigung im nächsten Hafen verzögert, können sie ihre Schiffe langsamer fahren lassen, Treibstoff sparen und gleichzeitig die Umwelt schonen.

Auf die neue Schnittstelle ist Hirt zu Recht stolz: „Der direkte Datenaustausch zwischen Hamburg und Rotterdam ist der logische erste Schritt zur Vernetzung der Häfen in Europa, um insbesondere die Reaktionsfähigkeit bei operativen Veränderungen zu erhöhen und somit den Reedern und Terminals eine bessere, zuverlässige Unterstützung im Schiffszulauf und bei der Abfertigungsplanung zu geben. Wir führen derzeit mit weiteren Häfen und Terminalbetreibern Nordeuropas Gespräche und sind zuversichtlich, im Laufe des Jahres mit diesen ebenfalls Hafenschnittstellen realisieren zu können. Zudem wollen wir in 2019 ein neues Modul für eine verbesserte Planung der Binnenschiffe im Hamburger Hafen umsetzen.“

Über HVCC:
Das HVCC Hamburg Vessel Coordination Center ist die zentrale, neutrale und überbetriebliche Koordinationsstelle für Großschiffs-, Feeder- und Binnenschiffsverkehre im Hamburger Hafen. Es bietet den Terminals und Reedern seine betrieblichen Koordinierungsleistungen für Schiffe im Zulauf auf den Hamburger Hafen, bei der Rotation im Hafen und beim Auslaufen nach der Abfertigung an – egal ob Großcontainerschiff, Bulker, Kreuzfahrt-, Feeder- oder Binnenschiff. Schon heute sind eine Vielzahl der Kunden und Partner des HVCC an dieses Lagebild angeschlossen, erhalten Passagepläne für den Zulauf auf Hamburg und optimieren auf diese Weise ihre Planungsprozesse. Das HVCC entwickelt fortlaufend das Leistungsportfolio der Querschnittsfunktion „Vernetzung“ weiter und ist zudem Partner im Projekt Sea Traffic Management der EU. Das HVCC ist ein Joint Venture der beiden Terminalbetreiber Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und der EUROGATE Container Terminal Hamburg GmbH.