Artikel • 09.12.2025

Grüezi! Mit Passar agil in die Zollzukunft

Schweiz löst elektronisches Zollsystem e-dec durch Passar ab

An den Schweizer Grenzen wird in digitaler Hinsicht aktuell Geschichte geschrieben. Auslöser ist die stufenweise Ablösung des bisherigen elektronischen Zollsystems e-dec durch Passar. Für Unternehmen, Softwareanbieter und Behörden bedeutet der Umbruch Kraftakt und Chance zugleich. Mit ihrer Zollsoftware ZODIAK GE ist DAKOSY als technologischer Wegbereiter ein fester Anker.

Im Dialog zum modernen Zollsystem


Für den regelmäßigen Austausch hat das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) die „Arbeitsgruppe Software-Entwicklung BAZG Passar“ eingerichtet, die alle zentralen Akteure der Schweizer Zollmodernisierung an einen Tisch bringt. Vertreter des BAZG, Software-Anbieter wie DAKOSY sowie Fachleute aus Spedition, Logistik und Transport stimmen sich dort im Sechs- bis Zehn-Wochen-Rhythmus ab. Im Fokus stehen der Fortschritt der Passar-Einführung, technische Anforderungen an Schnittstellen und Datenformate, praktische Fragen aus dem Tagesgeschäft sowie die Abstimmung von Übergangs- und Notfallprozessen zwischen e-dec und Passar.

Unter dem Dach des Programms DaziT treibt das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) die Digitalisierung aller Zollprozesse voran. Passar ist das Herzstück dieser Transformation. Vor diesem Hintergrund stellt DAKOSY ihre Zollsoftware ZODIAK GE zukunftsfähig auf. „Die Schweiz ist ein strategischer Teil unseres Portfolios“, bekräftigt DAKOSY-Vorstand Simon Lembke und begründet, „die Schweiz ist für viele unserer Kunden relevant. Deshalb wollen wir in diesem Markt langfristig präsent sein. Die vollumfängliche Begleitung von Passar und die damit verbundenen Investitionen untermauern unser Kommittment.“ 

Diese Perspektive gibt den Nutzern Sicherheit, die Zollsoftware ZODIAK GE als langfristigen Bestandteil in ihrer Digitalisierungsstrategie zu verankern. Die Rückmeldungen aus der Branche sind entsprechend positiv. „Die Nachfrage unserer bestehenden und neuen Kunden bestärkt uns, den Schweizer Markt zolltechnisch digital weiterzuentwickeln“, so Lembke. 

„Die Schweiz ist für viele unserer Kunden relevant. Deshalb wollen wir in diesem Markt langfristig präsent sein. Die vollumfängliche Begleitung von Passar und die damit verbundenen Investitionen untermauern unser Kommittment.“ 

Simon Lembke, Vorstand bei DAKOSY

Schrittweise Umstellung bis 2027
Die ersten Ergebnisse der Umstellung von e-dec auf Passar sind bereits sichtbar. Anfang des Jahres ist mit dem elektronischen Versandverfahren NCTS der erste Baustein live gegangen. Im Anschluss wurde die Ausfuhrabfertigung ausgerollt. Bis zum Ende des Jahres müssen alle Teilnehmer verpflichtend auf das neue Exportsystem umgestellt haben. Parallel dazu beginnt die Migration des Imports auf die neue Plattform. Der aktuelle Zeitplan der schweizerischen Behörde sieht ab Mitte kommenden Jahres eine Pilotphase vor. Bis Ende 2027 soll die Umstellung des Import-Moduls abgeschlossen sein. 

Zusätzlich ist der Austausch von Daten mit der EU erleichtert und harmonisiert worden. Ein Beispiel hierfür ist die elektronische Vorabmeldung ICS2 für Sicherheit und Gefahrenabwehr. Die Schweiz hat sich an das von der EU zentral genutzte Shared Trader Interface (STI) angebunden. Praktisch wird damit Luftfracht in die Schweiz in ICS2 vorangemeldet und über das europäische System abgewickelt. Die Software ZODIAK GE bedient diese Neuerung. 

Behörde nutzt Methoden der agilen Softwareentwicklung
Möglich wird die etappenweise Inbetriebnahme durch die agile Softwareentwicklung. Dieser flexible und iterative Ansatz basiert auf kurzen Entwicklungszyklen (Sprints) und ermöglicht eine schnelle Reaktion auf Veränderungen. Während in der IT-Branche schon seit längerem nach diesem Prinzip gearbeitet wird, ist ihre Nutzung für eine Behörde eher neu. 

Die Art der Zusammenarbeit ist damit für DAKOSY doppelt agil. Das Unternehmen bringt sich zudem in alle Pilotprojekte, ob NCTS, Export oder den avisierten Import aktiv ein. „Üblicherweise werden Softwaredienstleister vom Zoll für fertige Module oder Verfahren zertifiziert. Im Unterschied dazu steigen wir bei Passar bereits in die agile Phase ein“, erklärt DAKOSY-Zollexperte Lutz Hagen. Für den regelmäßigen Austausch hat das federführende Schweizer Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) einen Lenkungskreis eingerichtet, in dem sich auch DAKOSY engagiert. 

Kraftakt für Logistiker und Spediteure
Die Unternehmen müssen sich sukzessive auf die Neuerungen einstellen. Dies bindet viele Ressourcen, denn die Umstellung betrifft sowohl Änderungen in der IT als auch in den Prozessen. Dazu gehören auf Seiten der Software neue Module und Datenfelder. Auf Seiten der Abfertigung schafft der Zoll neue Abläufe, welche die Unternehmen in ihre Prozesse integrieren müssen, wie beispielsweise die Nutzung von mobilen Apps an der Grenze für Speditionen. Dieser Umbruch ist für Logistikunternehmen gleichzeitig mit der Chance verbunden, schlankere Prozesse zu etablieren und sich mit neuen Zolllösungen zu beschäftigen. 

Markt für Zollsoftware sortiert sich neu
Die Softwarehäuser brauchen bei der schrittweisen Migration auf Passar einen langen Atem. Der Fahrplan für die Einführung erstreckt sich über mehrere Jahre. Außerdem müssen die IT-Dienstleister in der Übergangsphase parallel zwei Systeme für den Schweizer Zoll betreiben. „Die Nutzer brauchen ausreichend Zeit, um zu testen und ihre Prozesse anzupassen, bevor sie endgültig auf das neue Verfahren migrieren. Selbst wenn bereits mit Passar gearbeitet wird, ist es wichtig, dass das alte System e-dec als Rückfalloption vorhanden ist“, erklärt Hagen. 

Die damit verbundenen Investitionen führen dazu, dass sich der Softwaremarkt verändert und neu ausrichtet. Teilweise wird die passende Zollsoftware nur noch in Verbindung mit einem Transport-Management-System (TMS) angeboten. DAKOSY hat sich bewusst dafür entschieden, ZODIAK GE als Zollsoftware auch künftig als Stand-Alone-Lösung bereitzustellen. So können Speditionen und Logistiker flexibel entscheiden, wie sie die Zollsoftware in ihre Abläufe integrieren wollen. „Die Umstellung ist ein guter Anlass, um zu prüfen, ob die bestehende Software zukunftsfähig und mit dem eigenen Bedarf im Einklang ist“, empfiehlt Lembke.

Vermeidbare Medienbrüche
Auch ohne die Umstellung auf Passar sind Schweizverkehre aus zolltechnischer Sicht anspruchsvoll. Es gibt diverse Medienbrüche, sofern die Unternehmen mit unterschiedlicher Software für die Zollabwicklung in Deutschland und der Schweiz arbeiten. „Dazu gehört das Wechseln zwischen den Anwendungen, das Vorhalten von Stammdaten in beiden Systemen oder das Erfassen der unterschiedlichen Warentarifnummer je Land“, nennt Hagen die gängigen Hürden.

Mit einer Software wie ZODIAK GE, die das deutsche und schweizerische Zollsystem auf einer Oberfläche bedient, werden die operativen Prozesse erheblich vereinfacht. Das Grundprinzip für den Anwender ist einfach: Durch eine Kopierfunktionen wird jede deutsche Ausfuhr zu einem schweizer Import und vice versa. Auch für eine automatische Zuordnung der Warentarifnummern ist gesorgt. Dafür lassen sich die Artikel mit zwei Warentarifnummern für die Schweiz und Deutschland belegen, die der jeweiligen Zollanmeldung zugeordnet werden. 

„Für den Nutzer zählt Einfachheit“, macht Hagen am Beispiel Steuerbescheid deutlich. Das deutsche Zollsystem Atlas verschickt diese elektronisch, während sie bei Passar webbasiert über einen „Link“ abgerufen werden. DAKOSY vereinheitlicht beide Abläufe, so dass der Nutzer keinen Unterschied zwischen den Systemen spürt. Neben der einheitlichen Oberfläche sind bei Nutzern die umfangreichen individuellen Auswertungsmöglichkeiten gefragt. Benötigt werden sie unter anderem für AEO-Zertifizierungen und Audits, zur Überwachung offener Zollverfahren, für Statistiken und das Controlling. 

Effizienzen durch One-Interface-Ansatz
Zusätzlich zum einheitlichen Bedienkonzept bei der Zollabwicklung bringt der One-Interface-Ansatz auch organisatorisch Vereinfachungen mit sich. Im Einklang mit dem grenzüberschreitenden Prozess gibt es nur einen Ansprechpartner im Support, der für beide Zollsysteme auskunftsfähig ist. Der Schulungsbedarf reduziert sich auf eine Software. Auch die IT-Abteilung wird entlastet: Es gibt nur einen Release-Zyklus und eine Schnittstelle.

Lembke sieht in der aktuellen Entwicklung eine sehr gute Chance, ZODIAK GE noch besser und funktional breiter im schweizerischen Zollmarkt zu etablieren. „Aktuell hat es bei uns oberste Priorität, Passar auch für den Import einzuführen und die Prozessanbindungen und Schnittstellen zum Laufen zu bringen. Darüber hinaus ist kundenseitig die Nachfrage nach Integrationsprojekten und funktionalen Erweiterungen groß. Das macht unsere Kompetenz aus, ist aber auch für jeden IT’ler eine Herausforderung“, schmunzelt Lembke. 

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