News • 10.12.2025

Nicht Asterix, sondern Lamberikx

Unser Mann für die Schweiz

Im Gespräch mit Björn Lamberikx, Projektmanager DAKOSY GE


Der beste Weg zum modernen Zollsystem ist der Dialog:  

Für den regelmäßigen Austausch hat das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) die „Arbeitsgruppe Software-Entwicklung BAZG Passar“ eingerichtet, die alle zentralen Akteure der Schweizer Zollmodernisierung an einen Tisch bringt. Vertreter des BAZG, Software-Anbieter wie DAKOSY sowie Fachleute aus Spedition, Logistik und Transport stimmen sich dort im Sechs- bis Zehn-Wochen-Rhythmus ab. Im Fokus stehen der Fortschritt der Passar-Einführung, technische Anforderungen an Schnittstellen und Datenformate, praktische Fragen aus dem Tagesgeschäft sowie die Abstimmung von Übergangs- und Notfallprozessen zwischen e-dec und Passar.

Björn Lamberikx, diesen Namen, sollten Sie sich merken, wenn es um Zollfragen in der Schweiz geht. Der 37-Jährige ist seit knapp zwei Jahren DAKOSYs Mann vor Ort. 

Als Projektmanager und Zollberater für die Schweiz hat der Niederländer das Ohr am Markt. Seine Wahlheimat ist seit 2019 Österreich, nachdem er dort im Urlaub seine Frau kennenlernte. Die Wege zu seinen Zollkunden in das Nachbarland Schweiz sind kurz. Das aktuelle Top-Thema bei seinen Terminen: Neue Kundenprojekte in Verbindung mit dem Zollsystem Passar. Als Quereinsteiger verbindet Lamberikx Kompetenzen aus den Bereichen IT, Digitalisierung, Projektmanagement, Zoll- und Logistik.

 

Vier Fragen an Björn Lamberikx

Wie erleben Sie die Umstellung vom Zollsystem e-dec auf Passar?
Das Großprojekt ist ein extremer Kraftakt für alle Beteiligten. IT-Abteilungen und operative Abwicklung müssen sich komplett umstellen. Neben der neuen IT-Struktur mit vielen zusätzlichen Digitalisierungsmöglichkeiten gibt es umfangreiche zollfachliche Änderungen. IT-seitig sind nicht nur andere Felder zu belegen, sondern die Zollprozesse müssen effizient auf die Zukunft ausgerichtet werden. Das gelingt, indem wir die neuen Abläufe von Passar in die bestehenden Inhouse-Prozesse einbinden. Unsere Projekte umfassen auch die Sicherung der Datenqualität und weitere Optimierungen.

Wie gut sind die Spediteure vorbereitet?
Ich erlebe unsere Ansprechpartner als sehr gut informiert. Dies ermöglicht einen Austausch auf hohem Niveau hinsichtlich der Erwartungen gegenüber dem Zoll und dem Bedarf bei der Umsetzung. Der von der BAZG initiierte Lenkungskreis mit seinen verschiedenen Arbeitsgruppen trägt zu einem zielführenden Austausch mit der Wirtschaft bei. In größeren Unternehmen werden Projektteams für die Umstellung gebildet. Kleinere Unternehmen ohne entsprechende Ressourcen sind stärker auf uns Softwaredienstleister angewiesen.  

Was empfehlen Sie?
Mein wichtigster Tipp ist, sich in den Lenkungskreis der BAZG einzubringen. Dort erhalten die Unternehmen Informationen, Updates und Prozessänderungen aus erster Hand. 

Aus IT-Sicht empfehle ich außerdem, frühzeitig zu testen und nicht abzuwarten, bis das Projekt zu 100 Prozent umgesetzt ist. Meine Erfahrung ist: Wer testet, ist besser vorbereitet.

Inwieweit betritt der Schweizer Zoll mit dem Ansatz der „agilen“ Entwicklung Neuland?
Die agile Softwareentwicklung im Bereich der Verwaltung ist neu und passt gut zur Arbeitsweise der Wirtschaft. Wir begrüßen diesen praktischen Ansatz, bei dem es schnell ein Minimalprodukt gibt, aus dessen Basis weiterentwickelt wird. Die Herausforderung dabei ist, dass die erforderlichen Ressourcen vorsichtiger zu planen sind. Gefordert ist eine zunehmende Flexibilität bei den Unternehmen, um der agilen Arbeitsweise des Zolls folgen zu können.  

 

 

 

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