Artikel • 10.12.2025

Change im Hafen: German Ports macht den Übergang leicht.

Die Umstellung auf die digitale Freistellung läuft

Am 1. Oktober dieses Jahres ist die digitale Container-Freistellung über die IT-Plattform German Ports erfolgreich gestartet. IT-technisch gesehen ist der Schalter umgelegt. Doch aus den Köpfen und Abläufen ist der vormalige PIN-Prozess nicht von heute auf morgen gelöscht. Die Betreiber der IT-Plattform von German Ports, DAKOSY und dbh, begleiten die Unternehmen bei der Umstellung.

Gut zu wissen

Tutorials
Oft stockt es nur an einer Kleinigkeit, wenn man sich auf einer neuen Oberfläche bewegt. Die unter German Ports veröffentlichten Tutorials zeigen in maximal zwei Minuten die Lösung. Thematisiert werden unter anderem Abholrecht, Downgrade-to-Pin sowie Administration. 

Individueller Support 
Manchmal braucht man ein Ohr oder eine individuelle Mailantwort, weil die Frage speziell ist. Für diesen Bedarf hat German Ports ein Support-Team eingerichtet. Um in der Anlaufphase gut erreichbar zu sein, wurde dieses personell nochmals verstärkt.

FAQ
Vielleicht hatte jemand zuvor genau dasselbe Anliegen gehabt. In den FAQ lässt sich das leicht nachvollziehen. Dort finden sich Antworten zu allen Fragestellungen, die uns regelmäßig erreichen.

Die Containerfreistellung beziehungsweise das neue digitale Freistellrecht durchläuft viele Parteien: von der Reederei über den Spediteur zum Terminal und den Verkehrsträgern (Truck, Bahn, Feeder). Diese Branchen schließen DAKOSY und dbh schrittweise an die IT-Plattform German Ports an. „Beim Onboarding haben wir mit den Reedereien an der Quelle des Prozesses begonnen und die Nutzergruppen sukzessive ausgeweitet. Damit konnten wir sicherstellen, dass die digitale Freistellung vom ersten Moment an zuverlässig durchläuft“, erklärt DAKOSY-Vorstand Ulrich Wrage.

Inzwischen sind alle Branchen entlang der Freistellungskette digital vertreten. Und auch die ersten Stresstests sind bestanden: Der Prozess läuft reibungslos bis zur Abholung durch den Trucker. 

Mit Netz und doppeltem Boden
Doch natürlich kann es während einer Umstellungsphase an der einen oder anderen Stelle haken. Jeder kennt das: Obwohl man gefühlt alles richtig macht, funktioniert es einfach nicht. Deshalb hat German Ports temporär eine Rückfall-Ebene eingezogen. „Jeder Beteiligte kann entlang der gesamten Kette einen Downgrade-to-PIN auslösen und mit diesem weiterarbeiten“, beschreibt Wrage die praktische Lösung. 

Damit besteht in der Hafenwirtschaft die Sicherheit, dass kein Container stehen bleibt, nur weil sich die Routine mit der digitalen Freistellung noch nicht bei jedem Teilnehmer eingespielt hat. Auch gibt es keinen harten Schlussstrich für den seit Jahrzehnten gelebten PIN-basierten Ablauf; er schleicht sich langsam aus. Das Ende dieser Phase ist klar definiert: Wenn alle Terminals angebunden sind, wird es den Downgrade-to-PIN nicht mehr geben.

Starke Community im Rücken
Die gesamte Hafen-Community steht hinter dieser Entscheidung und dem Ziel, mit der Digitalisierung der Freistellung den Drogenschmuggel über die deutschen Seehäfen einzudämmen. In über 100 Abstimmungsrunden haben die Beteiligten aus den Häfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven die Prozesse erarbeitet und sich auf einen gemeinsamen Nenner geeinigt, der sowohl der Praxis als auch dem Gesetz gerecht wird. Die inzwischen geänderten Landesgesetze zur Hafensicherheit bilden dabei den verbindlichen rechtlichen Rahmen für den digitalen Containerfreigabeprozess.

Das damit verbundene Change-Management betrifft alle involvierten Branchen. Aktuell geht es darum, die neuen Abläufe operativ in den Unternehmen zu verankern und das Wissen strukturell zu etablieren. „Wir begleiten die Umstellung nicht nur technisch, sondern unterstützen den Einführungsprozess ganzheitlich.“ German Ports holt die neuen Teilnehmer mit einem Maßnahmenpaket dort ab, wo sie Unterstützung brauchen. Dazu gehören Webinare, Tutorials, individueller Support sowie FAQ. 

Automatisierungsgewinne in Griffweite
Die nächsten Wochen werden für die Teilnehmer davon geprägt sein, sich in die Abläufe einzufinden. „Für uns ist es beeindruckend, mit welchem Engagement alle Beteiligten hafenübergreifend an einem Strang ziehen“, erklärt Wrage. Die Erfüllung der Gesetzesvorgaben ist für ihn dabei nur der Ausgangspunkt. Wenn sich der digitale Freistellungsprozess etabliert hat, werden sich weitere Effekte einstellen. Wrage erwartet schnellere Importprozesse, geringere Fehlerquoten und weniger Leerfahrten. 

„Für uns ist es beeindruckend, mit welchem Engagement die Beteiligten hafenübergreifend an einem Strang ziehen.“

Ulrich Wrage, Vorstand bei DAKOSY

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